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Support-Helden

In den letzten Tagen habe ich mehrfach auch Besuch von organisatorischen Projektunterstützern erhalten. Zum Beispiel habe ich die Hermine Edelmann kennenlernen können, die das Projekt überhaupt erst angestoßen hatte, weil, wie sie berichtete, ihr mein Kunstprojekt „Niwenhaus“ in Neuhausen so gut gefällt und die sich deshalb dann für eine solche Umsetzung auch im Stadtgebiet Hasenbergl-Feldmoching eingesetzt hatte. Dafür natürlich herzlichen Dank. Den möchte ich aber auch an die Gabi Meissner, die mich bereits mehrmals im Kaninchenbau besucht hat sowie auch dem Dr. Reinhard Bauer richten, der mir den Stromanschluss aus der anliegenden Bäckerei für meinen Airbrush-Kompressor durch ein telefonisches Vorfühlen möglich gemacht hatte. (Brauchte dann nur noch die Details zu besprechen). Klasse, dass das dann auch so geklappt hat. Merci natürlich auch an die Bäckerei! Die Gabi Meissner hat dann sogar einmal meinen fleißigen Praktikantinnen einen kleinen Kaninchenbau-Osterhasen-Gruß mitgebracht (siehe Foto). Die Mädels, unterstützen mich nämlich noch einige Zeit immer im Wochenwechsel an der Wand. Derzeit dürfen (müssen) sie nicht ran, weil gerade Schulwoche ist – fast möchte ich sagen: die Glücklichen! (Wenn da nicht meine rasende, mich fast verzehrende Malwut wäre, die mich, wenn immer möglich, an die (Lein-)wände zieht… 🙂 ) Es ist nämlich wirklich wieder grausiges Wetter im Moment, eisiger Wind bläst durch die Röhre. Die kleine, als Vordach zum Schutz vor Regen, gespannte Plane über dem Eingang gegenüber der Seeseite, hat gleich einmal eine Böe abgerissen, so, dass ich sie erst einmal wieder abmontieren musste. Ansonsten geht es aber weiterhin sehr gut voran und vor meinem inneren Auge nehmen die Varianten, wie die Komposition weiterwachsen könnte, immer konkretere Formen an. huschen sozusagen schon übers Mauerwerk. Einiges möchte sich von meinen Synapsen in die Fingerspitzen am liebsten heute als morgen den Weg gleich in die Pinselstriche und auf die Wand bahnen… Auch haben sich in den letzten Tage tolle Gespräche mit oftmals wiederkehrenden Passanten und Anwohnern ergeben, die, ich sag das jetzt einfach mal direkt und unbescheiden, wirklich von dem Projekt begeistert scheinen und es mit Tatkraft bei den Ideen und Stichpunkten zur Umsetzung unterstützen. Dazu könnt ihr am besten die Beiträge hier auf der Webseite / Rubrik: Mitmachen lesen, die ich inzwischen auch endlich einmal wieder aktualisieren konnte. Nette Jungs aus der Gegend, die mir einiges aus dem Leben im Viertel berichten, genauso wie ältere Damen und Herren, die oftmals schon sehr lange im Viertel leben und einiges über die Historie, den Wandel und die wichtigen Projekte im Stadtviertel beitragen. Familien mit Kindern und Erzieherinnen von anliegenden Kindergärten und weiteren Einrichtungen mit ihren Schützlingen, die auf die Spielplätze, besonderen Freizeitspaß am See, oder das Rodeln im Winter am Hang aufmerksam machen. Dazu auch die neue Leitung vom Lerchenauer Freizeittreff, Eva, die mir nach einem guten Gespräch über die Situation der Einrichtung und vor allem die, der Jugendlichen in der Gegend, im Nachhinein, netter Weise, auch noch eine weitere Abordnung vom Lerchenauer gesandt hat, die dann wiederum ebenfalls spannende Anstöße eingebracht haben. Die Seniorenbetreuung um die Ecke hat bereits Anregungen beigesteuert und die härteren, oftmals alkoholisierten und wohl zu manch auch etwas verdrogten Burschen, die sich am See zum festlichen Gelage treffen. Eine sympathische Anekdote möchte ich dazu gleich auch noch loswerden: Als ich im Spätsommer letzten Jahres die stark an öffentliche Toiletten erinnernden Kacheln, mit Tonnenweise Beton glatt verspachtelt sowie weiß grundiert hatte und schlussendlich, im späten Herbst, dann auch noch mit ersten, malerischen Ausführungen beginnen konnte, habe ich einen Obachlosen kennengelernt, dem die Malerei sehr gut gefallen hatte und wir haben uns eine längere Zeit unterhalten. Er meinte, er werde dann wohl in diesem Winter in einem Museum schlafen… Als wir dann, kurz bevor ich in die Winterpause gegangen bin, noch einmal miteinander sprachen und dabei mächtig froren, erzählte er mir, dass er wohl auch erst im nächsten Frühjahr wiederkehren werde, weil es ihm im Kaninchenbau deutlich zu kalt zum Nächtigen werden wird… Er hätte auch etwas in Aussicht. Natürlich habe ich mir schon Sorgen gemacht und ihm auch städtisches Nachtquartier empfohlen, was er aber „wegen der vielen Regeln ablehne“

Deshalb war ich jetzt echt, richtiggehend froh (war ja wirklich der erwartet lange, kalte Winter – ist der eigentlich schon zu Ende? Gefühlt eher nicht!) als ich beim Malen an der Wand eine altbekannte, etwas Ostdeutsch-röhrend – krächzige Stimme in meinem Rücken erkannte. Er war also wieder zurück und war hellauf begeistert von den inzwischen entstandenen Wandbildern. Im Gespräch berichtete er dann, dass er über den Winter von einem Mann am Olympiazentrum, einen ausgemusterten Wohnwagen zur Verfügung bekommen hatte, der sich wiederum selbst ein „nigelnagelneues, sieben (!) Meter langes Prachtstück“ gleicher Gattung geleistet hatte… Jetzt habe er selbst aber „ne richtige Pfundsbehausung, sogar mit Strom und Wasser!“
Das freut mich wirklich sehr für ihn.
Fortsetzung folgt…

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Vom Tag der Arbeit, Bildschirmstörungen und Sonntagsmalern

Das war ja klar… Mein liebes, aber durchaus bereits etwas Alters-geschwächtes Handy, ist ausgerechnet am Tag der Arbeit in den Streik getreten und hat, nach einem von mir verbrochenem Sturz, den Geist aufgegeben. Nachdem zunächst seit einiger Zeit die Starttaste nicht mehr bedienbar war, bleibt nun der Bildschirm völlig schwarz. Schwarz wie die Nacht. Und auch wenn ich diesem Ton, wie man an der Ausarbeitung der Konturlinien sicher feststellen kann, durchaus positiv gegenüberstehe ist das natürlich verheerend für meine weiteren Projektplanungen, Sakredi – das kommt mir jetzt also wirklich gerade recht! Die Geschäfte sind im Feiertagsmodus dazu noch der morgige Sonntag. Also bis auf Weiteres einmal kein Telefon und somit auch keine Möglichkeit an meine Fotos, Daten, Nummern, Kontaktlisten, Notizen etc zu kommen. Da wird auch die Beitragsgestaltung hier im Blog erst einmal mau ausfallen müssen. Dabei habe ich in der letzten Woche immens viele neue Anregungen bekommen und auch die Komposition an der Wand selbst hat beachtenswerte Fortschritte gemacht, die ich Euch so gar nicht vorenthalten möchte. Jetzt fehlen mir aber im Moment leider noch die Fotos um Euch das entsprechend zu illustrieren. Wird nachgeholt -versprochen! Dann mache ich jetzt erst einmal ein Mal-Aussetzen und versuche mir ein Ersatzgerät zu besorgen. Wenn das klappt, reiche ich Euch dann hier umgehend ein paar Einträge zum Geschehen nach…

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Kaninchenschau

Nach den wirklich empfindlich kalten Wochen nimmt das Projekt jetzt so richtig Fahrt auf. Meine beiden Praktikantinnen Mary und Emily von der Kunst-FOS, die mich eine zeitlang im Wochenturnus (eine Woche Schule / eine Woche Praktikum) unterstützen werden und dabei Aspekte der Wandmalerei (kennen)lernen, haben schon einmal das Projektschild konzipiert. Nach zunächst einigen Kalligraphie-Übungen haben sie die Schilder dann auch selbst malerisch umgesetzt. Derweil bekommen wir viel Unterstützung und Zuspruch von Passanten und Anwohnern. Begeisterte Komplimente für die Wandbilder spielen dabei genauso eine gewichtige Rolle als Motivationsspritze wie nette mit herzlichen Worten gegebene kulinarische Unterstützungen etwa Wurstsemmeln, Butterbrezn, Cappuccini, Cola… Es macht wirklich Freude zu spüren, wie willkommen die Wandarbeit bei den Anwohnern ist. Viele verwenden dabei aber leider in Gesprächen über das Kunstprojekt den Ausdruck „das vergessene Viertel“ und meinen damit Feldmoching-Hasenbergl. Trotzdem oder gerade deshalb ist viel Begeisterung für das Projekt zu spüren, weil viele Menschen in diesem Stadtgebiet einen intensiven oft sehr ambivalenten Bezug und enge Anbindung an Ihr Viertel haben. So habe ich auch schon einige neue Stichpunkte als Kompositionsbeiträge erhalten…

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Es raschelt im Kaninchenbau

Nach dem Winterschlaf blinzeln die Akteure im Kaninchenbau gierig den ersten, leider noch kargen Sonnenstrahlen entgegen.
Ein Termin für die Teilnahme von Anwohnern am Kunstprojekt wurde gemeinsam mit dem BA24 festgelegt, publik gemacht – um kurz darauf leider noch einmal um ein paar Wochen verschoben werden zu müssen 🙂
Ursprünglich vom 13.-23.4.21 auf nun 1.-10.5.2021.
Grund hierfür ist der April, der in diesem Jahr sein Versprechen für die Meteorologen das schwarze Schaf, weil der unberechenbarste Monat zu sein, in diesem Jahr gnadenlos einhält. In Form von garstiger Kälte am Tag – nie konstant über 5 Grad – mit sibirischen Winden samt Dauerfrost in der Nacht, die malen auf Wänden dann wirklich nahezu unmöglich macht. Trotzdem kann ich der Mauer mit ein paar aufwendigen Tricks und vor allem massiven Durchhaltevermögen bereits weitere Motive abtrotzen. Derzeit arbeite ich deshalb aber noch eher an den großformatigen Rahmenbedingungen der Komposition. So wächst an den Tunneleingängen erste wilde Vegetation und das Wurzelwerk sprießt aus den Deckenwänden… Die Metamorphose vom schnöden Mauerwerk hin zum Eingang des Kaninchenbaus beginnt! Und auch im Tunnel macht sich der Frühling bemerkbar. Pflanzen gedeihen am Lerchenauer See und der Wasserstand nimmt zu. Und trotz der verlegten Bürgerbeteiligung kommen nun immer häufiger neugierige und Kunst-interessierte Anwohner vorbei um sich einzubringen, was mit Sicherheit auch an der Corona-Lockdown-Enge liegt, vor der man, in einem kurzen See-Spaziergang direkt vor der Türe, wenigstens für einen kurzen Moment das Weite sucht… Aber vor allem eben auch an dem wunderbaren Artikel “ Los geht`s mit dem Kaninchenbau“ von Renate Regnet im Lokal-Anzeiger des 24ten Stadtbezirks, den ich Euch auch auf der Werbseite eingepflegt habe. So haben sich inzwischen schon einige Ideengeber mit spannenden Positionen bei mir blicken lassen. Unter andere auch die Leitung vom Lerchenauer Freizeittreff und von der anliegenden Seniorenbetreuung – was allein ja bereits für eine gelungene Bandbreite spricht 🙂
Hierzu bald mehr, beste Grüße und servus einstweilen, MB

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Teilnahme am Kunstprojekt: 1.-10.5.2021

Der Termin zur Teilnahme am Kunstprojekt Kaninchenbau, ursprünglich vom 13.-23.4.21 ist wegen des anhaltenden schlechten Wetters mit massiver Kälte und Regen auf einen neuen Termin, den 1.-10.5.2021 verlegt worden. In diesem Zeitraum kann man mich sicher zwischen 9.00-16.00 Uhr bei der Arbeit an der Wand besuchen und Beiträge zum Stadtviertel vorbeibringen, die ich dann gut möglicher Weise in meine Komposition mit einfließen lasse. Möglich sind dabei neben historischen Ereignissen und Bauten auch Schilderungen von persönliche Erlebnissen mit Bezug zum Stadtviertel. Auch Einschätzungen wie etwa Kritikpunkte, Wünsche und Ängste über das Leben im Stadtteil sind gerne erwünscht. Die Geschichten bzw. Beiträge können dabei gerne mit Fotos unterfüttert werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, solche Beiträge auch ohne vorbeizuschauen einfach hier auf der Webseite unter der Rubrik „Mitmachen“ abzugeben und Fotos dazu hochzuladen.
Ich freue mich sehr auf Eure / Ihre Beiträge

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Artikel zum Kunstprojekt

Los geht’s mit dem Kaninchenbau

13. APRIL 2021 VON RER 

Erschienen im Lokal-Anzeiger Stadtbezirk 24


Im Oktober/November letzten Jahres hat Martin Blumöhr schon mal ein wenig angefangen in seinem „Kaninchenbau“, in der Fußgängerunterführung unter der Lassallestr. hin zum Lerchenauer See. Eine Blume, ein fetter Fisch und viele viele große Augen, die sich aus der Mitte der Unterführung heraus munter zu kräuseln scheinen. Entstanden ist eine kleine Seenlandschaft aus Augenwellen als künstlerische Duftmarke auf das, was in den nächsten Wochen und Monaten mit Ihrer Hilfe hier entstehen soll.

Früher gab’s Lüftlmaler wie den seligen Paul Huml, der an keiner frisch von ihm angestrichenen Hauswand vorbei konnte, ohne einen Heiligen oder sonst ein Motiv liebevoll auf die Hauswand zu pinseln. Dann kamen die Graffiti-Maler, die Wände im öffentlichen Raum mit nicht immer sehr einfallsreichen Schriftzügen oder Zeichen in verschiedenen Techniken ver(un)zierten. Zwischen diesen Traditionen steht der Mural-Künstler Martin Blumöhr (40). Und doch auch wieder nicht.
Denn schon als Jugendlicher faszinierten den gebürtigen Münchner die Wandbilder in der Stadt, die Hieroglyphen und der in den Darstellungen steckenden Kraft. Aber die wilden Straßenmalereien sind inzwischen nicht mehr seines. Er sucht nach eigenen, neuartigen Ausdrucksformen. Auch mit hermetischer Kunst, gefangen im elitären Akademismus, kann er wenig mehr anfangen – nachdem er an der Akademie der Bildenden Künste in München freie Malerei studierte. Kunst, wie Blumöhr sie als Wandmalerei versteht, soll im Dialog mit den Menschen entstehen, auf dass in seinem Kopf die Geschichten der Passanten und ihre Bilder miteinander verweben und sich verschlingen, verzahnen und in einander übergehen, um vielleicht neue, ungewohnte Sichtweisen zu öffnen und Perspektiven zu erweitern.

Sie sind gefragt mit Ihren Bildern und Geschichten
Der fette Fisch, der bereits durch Blumöhrs „Kaninchenbau“ schwimmt, ist der Geschichte eines begeisterten Anglers entsprungen, der immer noch davon träumt, einmal einen kapitalen Zander aus dem Lerchenauer See zu fischen. Die vielen Augen sind „Augenwellen“, die Bild gewordene Sehnsucht Blumöhrs nach dem Meer. Denn schon als kleinen Bub, als er endlich einmal mit den Eltern ans Meer reisen durfte, faszinierten ihn die mandelförmig sich kräuselnden Wellen, die ihn im Sonnenschein mit Tausenden von Augen anfunkelten. Und sie lassen ihn ganz offensichtlich nicht mehr los. Wasser ist schließlich die Lebensader der Menschen. Entlang von Flüssen und Seen entstanden Dörfer und Städte. Und die Siedlung am Lerchenauer See. Deshalb die Augen als lebendig gewordenes Wasser, als eine Art Sinnbild für das Leben selbst.
Passanten schwärmten dem Sendlinger (dort hat er sein Atelier) bzw. Pasinger (dort wohnt er mit seinem 12-jährigen Sohn Vincent) bereits von der Wasserfontäne vor, die einst den Lerchenauer See zierte. Sie erzählten ihm vom Kampf um das nahe Eggarten-Idyll, von den massiven Bauvorhaben im Münchner Norden, der allgegenwärtigen Nachverdichtung und der damit einhergehenden Gentrifizierung, der Verdrängung der angestammten Bevölkerung. Sie erzählten dem Künstler aber auch von Flakstellungen, die im Zweiten Weltkrieg hier standen, von KZ-Häftlingen, die in den Kiesentnahmestellen schuften mussten, von Wehrübungen der Bundeswehrtaucher im See, vom alten Veidt-Hof an der Ecke Lassalle-/Joseph-Seifried-Str., der der neuen Zeit weichen musste, von den vielen Hasen, die einst am Hasenbergl, aber eigentlich überall im 24. Stadtbezirk umherhoppelten … Doch das alles reicht noch nicht für das ca. 250 m² große, beidseitige Wandbild. Das Bild des 24. Stadtbezirks soll noch vielfältiger werden! Daher braucht der Künstler auch Ihre Erinnerungen, Ihr Wissen, Ihr Erleben, um ein farbenfrohes, detailreiches Bild von unserem Viertel zeichnen zu können!

Vom 13. bis zum 22. April treffen Sie den Künstler garantiert an
Vom 13. bis zum 22. April wird er jeden Tag, selbst am Wochenende, zumindest von 9 bis 16 Uhr in seinem „Kaninchenbau“ sein. Auch wenn er malt, sprechen Sie ihn an! Er freut sich auf Ihre persönlichen Erlebnisse und historischen Erinnerungen, sei’s in Verbindung mit Feldmoching, dem Hasenbergl, der Fasanerie … Und wenn Sie dazu noch Bildmaterial haben, bringen Sie es mit – sie lassen in Blumöhr gewiss gleich fantasievolle Gebilde entstehen! (Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen.) Oder wenn Sie kontaktfrei Ihre Geschichte loswerden wollen: Gehen Sie auf https://kaninchenbau.martin-blumoehr.de/mitmachen/
Dort können Sie Ihren Hinweis reinschreiben, gerne auch nur in Stichworten. Und ein Foto lässt sich simpel hochladen. Je mehr wir ihm von unserem Viertel erzählen, desto bunter wird das Wandbild! Eventuell wird er die einzelnen Bildpuzzles noch mit einem QR-Code versehen, damit später Spaziergänger, die mehr zu einem Bildausschnitt erfahren möchten, auf dem Handy die Geschichte dahinter erfahren können.

Lassallestr.-Unterführung: Unort wird Kunstraum
Corona hat natürlich auch Blumöhr bereits einige Striche durch die Malerei gemacht. Eigentlich wollte er die Arbeit am See schon Anfang letzten Jahres aufnehmen und nun muss er in den nächsten Wochen und Monaten parallel dazu weitere große Wandbilder in der Stadt, bei denen er in der Verpflichtung steht, aber gleichzeitig wegen Corona in Verzug ist, fertigstellen. Etwa das Wandbild „Svapinga“ in der Unterführung bei der Tramhaltestelle Domagkstr. in der Parkstadt Schwabing und ab Juni dann auch das Kunstprojekt „Permanus“ an der Gebäudewand der Lebenshilfe München an der Chiemgauerstr.
Nichtsdestotrotz wird im Laufe des Jahres sein „Kaninchenbau“ mit dem zentralen Element „See“ an Gestalt gewinnen. Erstellt wird die Wandarbeit in einer Mischtechnik aus Acrylmalerei und Tuschezeichnung. Je mehr die Darstellung in die erzählten Details geht, desto genauer wird sein Pinselstrich werden, und je mehr sie in die Vergangenheit verweist, desto stärker wird sie in Grautönen gehalten.
Wie bei Alices Fall durch Zeit und Raum ins Wunderland, so wird der Passant der Unterführung künftig den Geist des Stadtbezirks in Form von Impressionen und Gedanken zur Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft nachspüren können. Dabei werden sich historische Ereignisse mit privaten Schilderungen von Erlebnissen, Blickwinkeln und Wünschen zu einer Art Mikro-Makro-Kosmos des Viertels verweben.
Zum Schluss erhält das Wandbild eine Nano-Versiegelung, um es vor Dreck und wilden Verschmierungen zu schützen.    rer
P.S. I.: Wer wissen möchte, was Blumöhr bislang sonst noch so geschaffen hat, der hat die Gelegenheit, ihn bei einer Einzelausstellung im Künstlerhaus vom 3. Juni bis 31. Juli näher kennenzulernen. Motto: Ceterum censeo (= im Übrigen denke ich). Dort werden auch seine bisherigen Wandarbeiten dokumentiert sein.
P.S. II.: Ein wenig ausgebremst wird Blumöhrs Schaffensdrang derzeit noch durch den immer noch fehlenden Stromanschluss, den er für seinen Kompressor zur Arbeit mit Airbrush dringend benötigt. Ables Biergarten hatte doch definitiv einen Stromanschluss. Das Problem muss sich doch eigentlich schnell aus der Welt schaffen lassen, möchte man meinen.

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Ein Fisch namens Zander

Zander-Filet

Die Seenlandschaft von Feldmoching Hasenbergl, ins Besondere der Lerchenauer See beginnt sich zu entfalten und breitet sich in Form von Augenwellen über der Wand aus. So langsam füllen sich neben diesen ersten muralen Umsetzungen auch die Vorratskammern an Motiv-Vorschlägen von Viertelkundigen und Passanten – das Konzept meiner Serie Public Viewing nimmt fahrt auf…
Schade, dass in diesem Jahr wohl nicht mehr viele, weitere Einsätze möglich sein werden, weil die Temperatur bereits zu tief sinkt – dann reagieren die Farben chemisch und auch bei der präzisen Arbeit mit dem Pinsel spielen die Fingerchen dann nicht mehr so richtig mit…
Der Zander, den sich ein Angel-begeisterter Passant gewünscht hat, weil er schon viele Jahre versucht, einen der hier im See lebenden Exemplare habhaft zu werden, wird aber wohl noch vollständig ausgeführt werden können und mit ihm die ein oder andere kompositorische Nuance, dann aber geht der Kaninchenbau wohl schon ab in den Winterschlaf und freut sich auf das Frühlingserwachen – hoffentlich unter besseren Vorzeichen als im Pandemie- und Gruselwahl-Jahr 2020…

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Kunstkollektiv

Jana Glander „walks the line“

Wir machen erste, gemeinsame Sprünge auf dem Weg zum Kunstkollektiv! Das freut mich natürlich gewaltig!
Nach inzwischen schon einigen Monden, darf ich mein Leben samt Glück und Sorgen mit meiner Herzdame Jana teilen. Sie ist nicht nur ein herrlich unorthodoxer, geistestiefer, humor-und liebevoll verspielter und kreativer Mensch, sondern dazu auch eine malerische Begabung. Und so schwebte uns beiden schon bei unserem Kennenlernen vor, dass wir vielleicht später einmal ertragreiche Stunden gemeinsam beim Erschaffen von Bildwelten verbringen können. Seit einiger Zeit (setzen wir) setzt meine Janassima das jetzt auch in die Tat um und legt, nachdem wir schon lange jedes weitere Vorgehen bei Projekten besprechen und gemeinsam koordinieren – sie mich also bereits lange als bereichernde Inspirationsquelle und darüber hinaus als gute Beraterin unterstützt – nun auch selbst Hand an…
…und erntet auch gleich erste, fein-ausgearbeitete Erfolge an der Wand.
Hoffentlich kann sie beim mir Assistieren, samt der vielen schrägen Unwägbarkeiten im Tunnel, der langen Zeiten der Konzentration und dem doch oft auch sehr ungemütlichen Arbeitsplatz am harten Boden und im Dreck kniend, mit feinem Pinselstrich genug Frucht für Ihre innere Zufriedenheit abgewinnen, damit wir diese Wand-Blickfelder in Zukunft auch weiterhin bestellen können!
Wie schön und bereichernd wäre das!

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Unterausschuss-Sitzung blickt in die Röhre

Einen hohen Besuch stattete mir heute der Bezirksausschuss 24 bei der Arbeit an den ersten Ausführungen im Tunnel ab. Neben der ehemaligen Vorsitzenden des Unterausschusses Kultur, Gabi Meissner, hatte ich auch die Ehre mit dem aktuellen Vorsitzenden, Paul Lachenmeir sowie der Jugendbeauftragten Gerlinde Dunzinger und dem Historiker Klaus Mai.
Dabei ging es in erster Linie darum, Lösungen für meine derzeitigen Anliegen vor Ort zu finden. Denn leider habe ich derzeit noch immer keine Möglichkeit für einen Stromanschluss, den ich für meinen Kompressor zur Arbeit mit Airbrush dringen benötige. Eilige Hilfe wurde mir dabei aber von den Anwesenden in Aussicht gestellt.
(Die fehlende Lagermöglichkeit konnte ich inzwischen glücklicher Weise bereits mit meinem hilfsbereiten Ansprechpartner vom Baureferat eleminieren…)
Natürlich war es aber auch eine Möglichkeit, sich einen Blick auf erste Umsetzungen zu verschaffen, sich ein wenig (besser) kennenzulernen und um Vorschläge und Anregungen für Motivwelten zum Viertel einzubringen. Dabei konnte ich im Gespräch einige interessante Besonderheiten des Stadtteils näher kennenlernen und sicher werden einige Aspekte auch im Bild das Licht der Welt erblicken 🙂

Vielen Dank für Euren Besuch, das Lob zu meiner Arbeit, die zugesagte Unterstützung und Teilnahme!

PS: Ich hoffe sehr und arbeite weiter daran, dass ich auch die Frau vom aktuell Vorsitzenden, noch für den Zander, der derzeit bereits aus den Wellen der Komposition springt und ein Wunsch eines Angel-begeisterten Passanten war, ins Boot holen kann (auch wenn das für gewöhnlich andersherum abläuft: der Fisch wird ins Boot geholt 🙂 ) und ihr auch dieser Teil der Komposition dann später gefällt…

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Spachtel Masse, Spachtelmasse!

Blumöhrs Team bei der Verspachtelung und Grundierung der Wand
Mein Team bei der Verspachtelung und Grundierung der Wand

Mitte – Ende August ist es jetzt endlich soweit, wir feiern die Grundsteinlegung des Kunstprojekts „Kaninchenbau“. Nachdem nun durch geballten Einsatz die Vorbereitung in Form der Verspachtelung abgeschlossen ist, wird nun der Bau bald stetig Stück für Stück auch in seine malerischen Dimensionen wachsen können. Zuvor war allerdings ein wahrer Gewaltakt nötig: Zu viert haben wir uns der Sache angenommen und die Flächen angelaugt, gereinigt, präpariert, verspachtelt und grundiert. Dafür haben wir unter anderem eine Menge Spachtelmasse (über 10 dicke Säcke voll Beton!) an der Wand verteilt und glatt gestrichen. Der Markus als koordinierender Fahrer, technischer Begleiter und fleißige Arbeitskraft, der Rüstü als unermüdlicher Vorarbeiter – ein unfassbares Kraftpaket – und der Simon wie ein nimmer-rastender Duracell-Hase – steil und kräftig mit viel Schmackes an der Wand im Einsatz. Bravo und vielen Dank für Eure Unterstützung, Jungs! Bin mir ziemlich sicher, dass nach diesen stressigen, weil arbeitsintensiven Tagen alle Teilnehmer eine Weile lang gut schlafen werden…
In meinen Träumen bin ich daraufhin jedenfalls schon mal durch den Kaninchenbau gefallen und habe ersten Sujets für die Umsetzungen nachspüren können… 🙂